Historischer Überblick der Fritz-Reuter-Schule Schwerin
Frühzeit und Gründung
Die Geschichte der heutigen Fritz-Reuter-Schule reicht bis ins Jahr 1891 zurück. In diesem Jahr wurde das Schulgebäude an der heutigen Von-Thünen-Straße (damals Roonstraße) als Bürgerknabenschule übergeben. Es handelte sich um eine städtische Schule, die vor allem von Jungen aus bürgerlichen Familien besucht wurde.
Nutzung im Ersten Weltkrieg
Während des Ersten Weltkriegs wurde ein Teil des Schulgebäudes in den Jahren 1914 und 1915 als Lazarett genutzt. In der Zeit danach diente das Gebäude unter anderem als Stadt- und Waisenschule.
Zeit als Mädchenschule
Zwischen 1916 und 1945 wurde das Schulhaus als Mädchenschule genutzt. In dieser Zeit waren dort verschiedene Schulformen untergebracht, darunter Volks- und Mittelschulen für Mädchen. Der noch heute am Gebäude sichtbare Schriftzug „Mädchenschule“ stammt aus dieser Epoche und erinnert an diese Phase der Schulgeschichte.
Wiedereröffnung nach dem Zweiten Weltkrieg
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde der Unterricht im Oktober 1945 wieder aufgenommen. Am 24. November 1945 erhielt die Schule offiziell den Namen Fritz-Reuter-Schule, benannt nach dem bekannten niederdeutschen Schriftsteller Fritz Reuter.
Schultypen und Umwandlungen
In den 1950er-Jahren bestanden zeitweise zwei Reuter-Schulen, die später wieder zusammengeführt wurden. Im Jahr 1959 wurde die Schule zu einer zehnklassigen Oberschule umgewandelt.
Seit 1991 ist die Fritz-Reuter-Schule eine Grundschule für die Klassenstufen 1 bis 4, wie sie bis heute besteht.
Gebäude und Traditionen
Die Turnhalle wurde erst im Jahr 1936 angebaut. Zuvor fand der Sportunterricht außerhalb des Schulgeländes statt. Im Schulgebäude selbst erinnern noch verschiedene bauliche Elemente, wie alte Holztüren und Gedenktafeln, an die lange und wechselvolle Geschichte des Hauses.
Namensgeber: Fritz Reuter
Die Schule trägt den Namen von Fritz Reuter (1810–1874), einem bedeutenden niederdeutschen Schriftsteller aus Mecklenburg. Seine humorvollen und lebensnahen Werke in plattdeutscher Sprache sind bis heute ein wichtiger Teil der regionalen Kultur. Die Namensgebung nach 1945 unterstreicht die enge Verbindung der Schule zur mecklenburgischen Geschichte und Tradition.